Ortsumgehung B8 dominiert Gemeinderatssitzung in Straßkirchen
Der Zuhörerraum war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Gemeinderat Straßkirchen am 27. Juli 2026 zu seiner öffentlichen Sitzung zusammenkam. Im Mittelpunkt stand dabei die Vorstellung des aktuellen Planungsstands zur Ortsumgehung der B8.
Den umfangreichsten Tagesordnungspunkt gestalteten Vertreter des Staatlichen Bauamts Passau, die den aktuellen Stand der Planungen präsentierten. Das Projekt wurde bereits 2003 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und wird seit 2021 als BIM-Pilotprojekt geplant. Nach umfangreichen Untersuchungen verschiedener Trassenvarianten hatte sich der Gemeinderat Ende 2023 für die Südvariante 6 ausgesprochen.
In den vergangenen Jahren wurden Verkehrszählungen, Umwelt- und Artenschutzuntersuchungen, Baugrunderkundungen sowie Abstimmungen mit Behörden, Grundstückseigentümern und der Landwirtschaft durchgeführt. Nach dem Verkehrsgutachten soll die Ortsumgehung den Ortskern künftig deutlich entlasten. Je nach Abschnitt wird mit einer Reduzierung des Verkehrs um mehr als die Hälfte gerechnet. Gleichzeitig soll die Strecke das bis 2040 prognostizierte Verkehrsaufkommen – einschließlich der Auswirkungen des BMW-Werks – aufnehmen können.
Die aktuelle Planung umfasst neben dem Straßenverlauf auch Geh- und Radwegunterführungen, Lärmschutzmaßnahmen, landschaftliche Ausgleichsmaßnahmen sowie die künftige Widmung der bisherigen Bundesstraße. Nach den Berechnungen wird lediglich an einem Gebäude der nächtliche Lärmgrenzwert um 0,1 Dezibel überschritten. Dort ist passiver Lärmschutz vorgesehen. Zusätzliche Erdwälle mit Bepflanzung sollen die Lärmbelastung weiter verringern. Für die Ortsteile Paitzkofen und Haberkofen werden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.
Beim Grunderwerb setzt das Staatliche Bauamt weiterhin auf freiwillige Tausch- und Entschädigungslösungen. Rund 30 Hektar potenzielle Tauschflächen stehen hierfür zur Verfügung. Die Genehmigung des Vorentwurfs wird für Herbst 2026 angestrebt. Das Planfeststellungsverfahren soll noch Ende des Jahres beginnen, der Baubeginn ist für Herbst 2028 vorgesehen. Gleichzeitig sollen die Radwege und deren Anbindungen verbessert werden.
Im Baugebiet „Am Wasserwerk BA III“ konnten die neu errichteten Straßen nach einem Ortstermin ohne wesentliche Beanstandungen als Ortsstraßen gewidmet und in die Straßenbaulast der Gemeinde übernommen werden. Kleinere Restarbeiten werden noch durch die ausführende Firma erledigt. Die Lilienstraße erschließt künftig den Edelweiß- und Enzianring, den Lavendel- und Sonnenblumenweg sowie die Mohn- und Magnolienstraße.
Einstimmig bestellte der Gemeinderat den bereits angekündigten Seniorenbeirat. Ihm gehören Christine Altmann, Heribert Altmann, Wilhelm Gritsch, Renate Hofmann und Edeltraud Proske an. Das Gremium soll künftig Ansprechpartner für die Belange der Seniorinnen und Senioren sein und unter anderem Gemeinschaftsveranstaltungen wie Seniorenfrühstücke oder Ausflüge organisieren. Die finanzielle Ausstattung erfolgt im Rahmen der Haushaltsplanung in Abstimmung mit Bürgermeister Andreas Dengler.
Auch mehrere Bauangelegenheiten standen auf der Tagesordnung. Ein Antrag auf Vorbescheid für ein Grundstück im Hiebweg wurde zur Kenntnis genommen. Die Frage, ob für das Areal ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. Für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 14 Wohnungen und 28 Stellplätzen in der Passauer Straße wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Im Hiebweg genehmigte der Gemeinderat zudem Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Hiebäcker II“ für die Errichtung einer freistehenden Gartensauna.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche, Anträge und Sonstiges“ informierte Bürgermeister Dengler über die Kreisumlage. Da Landkreise keine eigenen Steuern erheben dürfen, finanzieren sie ihre Aufgaben über Umlagen der kreisangehörigen Gemeinden. Für Straßkirchen beläuft sich die Kreisumlage im Haushaltsjahr 2026 auf rund 3,1 Millionen Euro.
Ein weiteres Thema waren die Belastungen durch die Generalsanierung der Bahnstrecke Obertraubling–Passau. Anwohner der Schafbergstraße hatten sich über starken Lkw-Verkehr beschwert. Nach Angaben der Verwaltung war vertraglich vereinbart worden, dass ausschließlich der Feldweg entlang der Bahnlinie zum Baulager genutzt wird. Aufgrund eines Missverständnisses in der Ausführungsplanung wurde jedoch auch die Schafbergstraße in die Verkehrsführung aufgenommen. Eine kurzfristige Änderung sei wegen des laufenden Baustellenbetriebs nicht mehr möglich. Im Laufe der Kalenderwoche 30 werde jedoch mit einer deutlichen Entlastung gerechnet. Zusätzlich kündigte DB InfraGO für den Zeitraum vom 27. Juli bis 16. August lärmintensive Arbeiten wie Ramm-, Signal- und Oberbauarbeiten an.
Bekanntgegeben wurden außerdem mehrere Auftragsvergaben. Für den Bauhof werden ein neuer Teleskoplader zum Preis von 113.050 Euro sowie ein Gießarm für 11.524 Euro angeschafft. Die Feuerwehr Schambach erhält ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) einschließlich Beladung und Tragkraftspritze im Gesamtwert von rund 394.000 Euro. Für den Kindergarten St. Elisabeth wird eine neue Zimmerausstattung für rund 19.000 Euro beschafft.
Informiert wurde zudem über den Fortschritt der Erweiterung der Grund- und Mittelschule Straßkirchen. Nach dem offiziellen Spatenstich am 8. Juli 2026 laufen die Bauarbeiten bereits seit Ende Mai. Der Anbau schafft moderne Räume für die Mittags- und Ganztagsbetreuung und soll innerhalb der nächsten eineinhalb bis zwei Jahre fertiggestellt werden. Für das kommende Schuljahr sind nach aktuellem Stand 77 Kinder in der Mittagsbetreuung sowie 46 Schülerinnen und Schüler in der Ganztagsschule angemeldet.
Abschließend gratulierte die Gemeinde den Feuerwehren Straßkirchen und Schambach zu mehreren erfolgreich abgelegten Leistungsprüfungen. Am 17. Juli bestanden zwei aktive Mitglieder der Feuerwehr Schambach die Leistungsprüfung im Löschaufbau. Bereits am 11. Juli legten Jugendliche der Feuerwehren Straßkirchen und Schambach erfolgreich das Jugendleistungsabzeichen ab. Am 24. Juli absolvierte zudem eine Gruppe die Leistungsprüfung „Die Gruppe im THL-Einsatz“, bei der innerhalb von 240 Sekunden ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person einschließlich Absicherung und technischer Hilfeleistung aufgebaut werden musste. Bürgermeister und Gemeinderat dankten allen Feuerwehrdienstleistenden für ihren engagierten Einsatz zum Schutz der Bevölkerung.