20 Jahre Sternenfahrt – Ein Jubiläum voller Erfolg und Gemeinschaft

Das Fahrerfeld fährt zwischen 2 Bäumen hindurch

Traditionell an Pfingstsonntag fand am 24. Mai 2026 bei hochsommerlichem Wetter die 20. Jubiäumstour der Strasskirchner Sternenfahrt statt. Im Mittelpunkt des alljährlich vom Verein Sternenfahrer Straßkirchen e.V. organisierten Radmarathons stand die Spendenaktion zu Gunsten krebskranker Kinder bedürftiger Familien in Niederbayern. Das Gute daran ist, dass die Teilnehmer des ausgebuchten Events ihre Leidenschaft für den Radsport mit einem großzügigem Wohltätigkeitszweck verbinden, von deren wundersamen Symbiose sowohl die begünstigten Familien von krebskranken Kindern als auch die Sportler selbst davon profitierten.

Nach der Begrüßungsansprache und Segnung durch einen örtlichen Geistlichen Gerhard Pöpperl setzte sich der Sternenfahrer-Tross um 6.08 Uhr in Bewegung. Wenngleich Initiator Ludwig Schiller gesundheitlich gehandicapt nicht mitradeln konnte, gab er vom Fenster des Führungsfahrzeugs hinausgelehnt – sichtlich mit viel Spaß und Humor verbunden – entweder stimmgewaltig oder per Megaphon klare Anweisungen. Geradelt wurde windschattenbehütet im geschlossenen Verband, bei dem das Fahrerfeld (160 Teilnehmer) von Begleitfahrzeugen, Notarzt/BRK, Feuerwehr, Besenwagen und einer Motorradstaffel abgesichert wurde. Die Strecke verlief überwiegend auf wenig befahrenen Nebenstraßen von Straßkirchen zum Etappenziel Altötting (Oberbayern). Besonders herzlichen Empfang bereitete wieder das Team vom Café „Genusshandwerk Krapf“ die Teilnehmer der Sternenfahrt in Eggenfelden bei der Frühstückspause um 9 Uhr. Nach der kurzen Pause ging es mit der ganzen Kolone mit einer hoher Geschwindigkeit nach Altötting wo man herzlich von anderen Pilgern empfangen wurden.

Das gesamte Fahrerfeld
Das gesamte Fahrerfeld mit Begleitfahrzeugen in der „Toskanakurve“

Highlight war die 45 minütige Pause auf dem berühmten Kapellplatz, der mit seinen historischen barocken Gebäuden das städtebauliche und geistliche Zentrum der oberbayerischen Kreisstadt Altötting bildet. Zusammen mit der Gnadenkapelle, der Stiftspfarrkirche, dem Rathaus, das Hotel zur Post, die Dekanei und zwei freistehenden Brunnen steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Verbunden mit Grußansprachen des Ersten Bürgermeister Stephan Antwerpen sowie des Ersten Bürgermeister Andreas Dengler (Straßkirchen) samt einer Scheckübergabe von 2000 € an die Kinderkrebshilfe Balu Altötting und standesgemäßen mit einem Mannschaftsfoto – nach einer Pause ging es auf selbiger Route 90 km wieder zurück nach Straßkirchen. Ludwig Schiller ließ es sich nicht nehmen, am Straßenrand des 13% Anstiegs vor der Verpflegungsstation Indersbach lautstark die Fahrer anzufeuern bzw. abzuklatschen. Dank strahlender Sonne – die sich in den letzten Jahren bedeckt hielt – herrschte über die gesamte Fahrtdauer bis zur Zielankunft beste Stimmung. Mit Ankunft gegen 16.00 Uhr wurde der Zeitplan generalstabsmäßig eingehalten.

Spendenübergabe
Bei der Spendenübergabe: v. r. Organisator Ludwig Schiller, eine Vertreterin der Kinderkrebshilfe Balu in Altötting, Altöttings Erster Bürgermeister Stephan Antwerpen und Straßkirchens Erster Bürgermeister Andreas Dengler

Bei der Abschlussfeier in der Turnhalle in Straßkirchen wurde ein deftiger Räubertopf, Kaffee, Kuchen und Freibier serviert. Und klar: es wurde wieder reichlich gespendet, die an Kinderkrebshilfe Dingolfing – Landau ging. Ein besonders bewegender Moment war die Vorstellung einer Familie mit ihrem schwer erkrankten Kind, die von der zuteil gewordenen Unterstützung sichtlich ergriffen waren und sich herzlich bedankten. Die Jubiläums-Sternenfahrt 2026 bewies erneut, dass mit dem immensen sozialen Engagement zwar unmöglich allen schwerkranken Kindern geholfen werden kann, aber zumindest drei ausgesuchte Familien durch die finanzielle Hilfe ein wenig Last von den Schultern genommen wird.
Ob Ludwig Schiller die Strasskirchner Sternenfahrt nach 20 Jahren weiterhin organisieren wird – was zweifelsohne unglaublich viel Engagement und Zeit abverlangt – einhergehend mit der psychischen Belastung des unsäglichen Leids – hängt letztlich von der Gesundheit sowie vom privaten Umfeld ab. Seine Ankündigung trotz schwieriger Verhältnisse dennoch ein Jahr dranzuhängen zu wollen, löste in der Turnhalle stehende Ovationen und langanhaltenden Applaus aus. Im Herbst soll die endgültige Entscheidung bekannt gegeben werden, ob der Initiator in der Lage bzw. willens ist, sein sozial engagiertes Lebenswerk auf unbestimmte Zeit fortführen, oder ob ein Nachfolger in die Fußstapfen treten möchte.

Das Spendenaufkommen von 2026 konnten die Sternenfahrer für die Hilfsorganisationen und 2 Familien aus Niederbayern auf sagenhaften 9.000,- Euro ausschütten.

Abschließend bleibt noch anzumerken, dass die perfekt organisierte Veranstaltung kurz nach dem Start von Stürzen überschattet war, bei denen die Verletzten von einem teilnehmenden Notarzt rasch versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht wurden.

Gruppenfoto vor Plakat
Von rechts: Erster Bürgermeister der Gemeinde Straßkirchen Andreas Dengler, Organisator Ludwig Schiller und Erster Bürgermeister der Stadt Altötting Stephan Antwerpen

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