Über 100 Teilnehmer bei der Vorstellung des neuen Straßkirchner Heimes
Am Donnerstag, 26. Februar 2026, luden die Gemeinde Straßkirchen und die Pfarrei St. Stephanus zu einem öffentlichen Vortrag in das Pfarrheim St. Stephanus ein. Im Mittelpunkt des mit über 100 Teilnehmern gut besuchten Informationsabends stand das derzeit entstehende Caritas-Pflegeheim, das künftig 89 Pflegeplätze bieten wird. Träger der Einrichtung ist die „gemeinnützige Caritas Pflege GmbH Straubing“ . Bürgermeister Christian Hirtreiter berichtete zu den Vorarbeiten die fast zehn Jahre in Anspruch nahmen und der hohen Förderung des Freistaats. Das bayerische Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum“ („PflegesoNah“) unterstützt den zum 1. August 2026 in Betrieb gehenden Neubau der Pflegeeinrichtung mit über 5,3 Millionen Euro. Der Bürgermeister betonte, dass ihm das Thema „Altwerden in heimischer Umgebung“ besonders wichtig sei und er sich freue, dass zusätzlich zu den zwei betreuten Wohnanlagen nun auch eine vollstationäre Pflegeeinrichtung in kirchlicher Trägerschaft in der Gäubodengemeinde vorhanden ist. Die Vorstandsvorsitzende des Caritas-Verbandes, Angelika Schebelle, informierte zum aktuellen Stand der Bauarbeiten, die Fertigstellung sowie die künftige Gestaltung und Ausstattung der Räumlichkeiten. Nicolas Scheidler, Geschäftsführer der „gemeinnützige Caritas Pflege GmbH Straubing“, stellte die Kostenstruktur im Hinblick auf eine Unterbringung in dem Straßkirchner Heim dar, wobei die Verhandlungen mit der Pflegekasse noch nicht abgeschlossen sind und ein genauer Kostensatz für einen Pflegeplatz noch nicht feststeht. „Ungeachtet der vorgegebenen Rahmenbedingungen ist es uns wichtig, dass der Mensch im Mittelpunkt ist und die Ausstattung des Heimes höchsten Ansprüchen entspricht“, sagte Scheidler.
Zudem soll der Bereich der Kurzzeitpflege ausgebaut werden. „Viele sind darauf angewiesen. Oft auch als Übergangszeit zu einem Reha-Aufenthalt.“ Man wolle sich verstärkt darum bemühen, dass aus den Kurzzeit-Pflegefällen keine Langzeitfälle werden, sie beispielsweise mit zusätzlicher Physiotherapie und ähnlichem unterstützen“, klärte Scheidler auf. Die Einrichtung einer auch für die Straßkirchner Pfarrangehörigen nutzbaren Hauskapelle mit seelsorgerischer Betreuung durch die Straßkirchner Pfarrei und ein öffentlich zugänglicher Senioren-Bewegungs-Parcours runden das Gesamtangebot ab.
Aufgeklärt wurde auch zu der Rechtsform des kirchlichen Trägers in Gestalt einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH). Eine gGmbH ist eine spezielle Form der GmbH, die Gewinne ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet und steuerliche Vergünstigungen genießt. Der AVR-Tarif für die Beschäftigten gehört zu den Spitzenreitern in der Langzeitpflege.
Auf der Basis eines kirchlichen Selbstverständnisses hat die Caritas dieses eigene Tarifwerk, in dem die Arbeitsbedingungen und die Entgelte geregelt sind. Die Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR) werden partnerschaftlich von den Dienstgebenden und Mitarbeitenden festgelegt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends lag auf den beruflichen Perspektiven im neuen Pflegeheim. Heimleiterin Nicole Wiesmüller stellte die Möglichkeiten für haupt- und nebenberufliche Tätigkeiten vor und gab einen Einblick in das künftige Team und die Arbeitsfelder. Pfarrer Gerhard Pöpperl betonte, dass die Caritas mit rund einer dreiviertel Million Beschäftigten in über 25.000 Einrichtungen der größte soziale Arbeitgeber in Deutschland sei. Er selbst habe Zivildienst in einer Straubinger Pflegeeinrichtung geleistet und kenne die Herausforderungen im Bereich der häuslichen und außerhäuslichen Pflege hautnah. Dass der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vielfältige Arbeitsplätze in der Pflege vor Ort und die dringlich nötige Pflegeeinrichtung in Straßkirchen anbiete, sei für ihn eine große Freude. Zusätzlich engagieren sich viele Ehrenamtliche was besonders schön sei. Nach einer umfangreichen Beantwortung von Fragen aus dem Publikum konnte in Einzelgesprächen an bereitstehenden Stehtischen im Pfarrheim-Foyer individuelle Fragestellungen auch in Hinblick auf die Anmeldung von Pflegebedürftigen und die genauen Beschäftigungsverhältnisse geklärt werden.

Von links: Pfarrvikar Loxly, Heimleitung Nicole Wiesmüller, Pfarrer Gerhard Pöpperl, Angelika Schebelle (Caritas-Verband), Nicolas Scheidler (Caritas-Verband) und Bürgermeister Christian Hirtreiter