Im Rahmen einer Kooperation der vhs-Zweigstellen Straßkirchen und Feldkirchen fand in Zusammenarbeit mit den Gäubodengemeinden Feldkirchen und Straßkirchen am Samstag, 24.1.2026, ein öffentliches „Digitalisierungsfrühstück“ im Straßkirchner Ratssaal statt. Die kostenfreie Kooperationsveranstaltung der beiden vhs-Standorte richtete sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger aus beiden Gemeinden.
Neue Zusammenarbeit bei der Bildung
Bürgermeister Christian Hirtreiter betonte, dass diese neu eingerichtete Zusammenarbeit zwischen Feldkirchen und Straßkirchen im Bereich der Bildungsarbeit für die Bürgerschaften enorme Vorteile bringe. Jürgen Weichselgartner, 3. Bürgermeister der Gäubodengemeinde Feldkirchen, ergänzte, dass gerade bei übergreifenden passgenauen Angeboten Bildungsbedarfe direkt aufgegriffen werden. Erika Bachl (vhs Straßkirchen) und Carina Bachl (vhs Feldkirchen) freuten sich über die sehr gute Beteiligung und die hochwertige Vortragsangebote. Den Schwerpunkt des Vormittags bildeten zwei jeweils fast zweistündige Vorträge von Gerhard Holzapfel zum aktuellen Thema „Digitaler Personalausweis“ und von Leander Ziehm von der Deggendorfer Hochschule zum Themenfeld „Künstliche Intelligenz im Alltag und Beruf – Funktionsweise, Anwendung und Potenzial“.
Sichere Authentifizierung gerade im Internet
Das Thema „Digitaler Personalausweis“ ist für alle Altersgruppen von zunehmender Wichtigkeit, stellte der IT-Experte Gerhard Holzapfel heraus, da die elektronische Identifikation (eID) an viele Behördenvorgänge gekoppelt ist und dies künftig erweitert werde. Da diese Online-Ausweisfunktion des deutschen Personalausweises immer weiter verbreitet ist, sei fundierte Information hier für die gesamte Bürgerschaft hilfreich um nicht „abgehängt“ zu werden, führte Holzapfel aus. Die elektronische Identifikation ermöglicht eine sichere und eindeutige persönliche Identifikation im Internet. Sie wird unter anderem für Behördengänge, Online-Anträge, Registrierungen und Vertragsabschlüsse genutzt, betonte Holzapfel.
Für Bürgerinnen und Bürger bietet die eID viele Vorteile, beispielsweise Zeit- und Wege-Ersparnis, da zahlreiche Verwaltungsleistungen online erledigt werden können, weniger Papieraufwand sowie ein hohes Maß an Datenschutz und Sicherheit durch verschlüsselte Datenübertragung und aktive Zustimmung bei jeder Nutzung gegeben seien. Die Anwendung ist einfach und komfortabel mittels Smartphone mit NFC (drahtloser Datenaustausch – near field communication) oder Kartenlesegerät möglich. Der IT-Experte Gerd Holzapfel konnte hautnah die Grundlagen und Anwendungen detailliert vorstellen und auf die Nutzungsmöglichkeiten am eigenen Handy präsentieren. Neben dem Steuerportal „Elster“, der Beantragung von Führungszeugnissen, Kontoeröffnungen bei Bankinstituten, Zugangsmöglichkeiten zu Versicherungsportalen ist die Verbindung zur „elektronischen Patientenakte“ zunehmend in Nutzung. Die elektronische Patientenakte in ihrer Anwendung in Verbindung mit der elektronischen Identifikation wurde umfangreich auch im Hinblick auf die Erforderlichkeit eines entsprechenden Mobil-Telefons, gerade für die ältere Generation, diskutiert. Die offizielle „Ausweis-App“ der Bundesregierung, kostenlos und werbefrei, würde künftig weiterentwickelt und dadurch noch mehr Nutzung in Bevölkerung haben, schloss der IT-Experte. Gerhard Holzapfel stand kompetent für viele Fragen zu dem dynamischen Feld „elektronische Identifikation“ insbesondere auch zu den technischen Hürden zur Verfügung.
KI hat ein hohes Potential im Alltag
Beim Vortrag zur „Künstlichen Intelligenz im Alltag und Beruf – Funktionsweise, Anwendung und Potenzial“ wurde von dem jungen Referenten Leander Ziehm (Technische Hochschule Deggendorf) auf verschiedene Fragestellungen eingegangen: Was ist Künstliche Intelligenz? Welche praktische Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich im Beruf und im Alltag. Vor allem stellte er die Potenziale, Grenzen und den verantwortungsvollen Einsatz vor. „Denn das Thema „KI – Künstliche Intelligenz“ ist derzeit in aller Munde und wenige wissen wie die modernen KI-Systeme funktionieren, führte der mitreißende Redner eingangs aus.
Der Vortrag gab eine verständliche Einführung in die Grundlagen der „Künstlichen Intelligenz (KI)“. Zunächst wurde erläutert, was unter „KI“ zu verstehen ist, warum diese Technologie keine völlig neue Erfindung ist. Leander Ziehm gab einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung.
Im Jahr 1956 fand die „Dartmouth Conference“ in den USA statt. Dort verwendete der Informatiker John McCarthy erstmals den Begriff „Artificial Intelligence – Künstliche Intelligenz“. Bereits in den 1950er Jahren herrschte große Aufbruchsstimmung. Forschende gingen davon aus, dass Maschinen schon bald menschenähnlich denken könnten. Erste Programme konnten einfache Probleme lösen, Schach spielen oder mathematische Beweise führen. Die Erwartungen waren jedoch deutlich höher als die damaligen technischen Möglichkeiten.
KI hilft beim Sprachenlernen
Aktuelle KI-Systeme, wie Sprachmodelle, werden grundsätzlich immer besser und helfen sogar für das Erlernen von Sprache und die Verbesserung der Aussprache von Fremdsprachen.
Ziehm betonte, dass in den letzten Jahren die KI einen weiteren Sprung nach vorne gerade bei generativen Systemen, der Bilderzeugung, Musik oder Programmcode-Systemen gemacht habe.
Diese KI-Systeme können Inhalte verstehen, zusammenfassen und neu erstellen. Es wurde herausgehoben, dass neue Chancen entstehen, aber auch ethische und gesellschaftliche Fragen aufgeworfen werden. Anschließend wurde gezeigt, wie KI im Alltag genutzt werden kann, zum Beispiel beim Schreiben von Texten, beim Lernen oder zur Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben. Auch der Einsatz von KI im beruflichen Umfeld wurde thematisiert, etwa in Unternehmen oder bei der täglichen Büroarbeit. Gerade das innovative Themenfeld „Autonomes Fahren“ hat ein hohes Potential auch für unsere regionale Wirtschaft. Dank moderner Künstlicher Intelligenz können Fahrzeuge heute in bestimmten Situationen vollständig selbstständig fahren, etwa auf Autobahnen oder in klar definierten Stadtgebieten. Der Mensch muss dabei nicht permanent eingreifen, so Ziehm. Möglich wird dies durch verbesserte Sensorik, leistungsfähige KI-Systeme und das Lernen aus großen Datenmengen. Erste autonome Shuttle- und Taxiangebote befinden sich im Testbetrieb. Ziel ist es, den Verkehr sicherer, effizienter und komfortabler zu gestalten. Rechtliche, technische und ethische Fragen werden derzeit weiterhin intensiv diskutiert.
Ethische und rechtliche Komponenten der KI wurden diskutiert
Abschließend werden das zukünftige Potenzial, aber auch die Grenzen künstlicher Intelligenz betrachtet. Ziehm betonte, wie wichtig es sei, den technologischen Fortschritt aktiv zu gestalten und dabei den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. In der anschließenden Diskussion nutzten viele Teilnehmende die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Einschätzungen einzubringen. Der lebhafte Austausch zeigte das große Interesse an einer sachlichen und verständlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Veranstaltung machte deutlich, dass „Künstliche Intelligenz“ nicht nur technisches Fachwissen erfordert, sondern auch gesellschaftlichen Dialog. Die Leiterin der Straßkirchner vhs-Außenstelle, Erika Bachl, zeigte sich abschließend zufrieden mit der Resonanz und kündigte an, das im Rahmen der Gemeindekooperation weiter spannende Themen aufgegriffen werden.