22.10.2019
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Dorfplatz-Neugestaltung befürwortet

---Gut besuchte Bürgerversammlung in Paitzkofen---

Die beiden zunächst favorisierten Varianten für den Dorfanger in Paitzkofen waren nochmals einer fachlichen Prüfung unterzogen worden und wurden in einer modifizierten Lösung nun vorgestellt. Die Entscheidungsfindung bei der jüngsten Versammlung der Paitzkofner Bürgerinnen und Bürger war daher erleichtert und man befürwortete die neu erarbeitete Variante.

Die jüngst abgehaltene Bürgerversammlung (17.10.19) zur angestrebten Dorferneuerung war wiederum sehr gut besucht. Bürgermeister Christian Hirtreiter konnte im Florianistüberl in Paitzkofen dazu auch die Ansprechpartner vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE), Sachgebietsleiter Peter Aigner und Projektleiterin Sabine Gerstl, begrüßen.

Auch Privateintümer können Paitzkofen dorfgerecht mitgestalten

Ein Dorf besteht nicht nur aus öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Der größte Anteil der bebauten Flächen ist in Privateigentum. Deshalb ist es auch wichtig, die Eigentümer der Grundstücke und Gebäude mit in die Dorferneuerungsmaßnahmen zu integrieren, so Bürgermeister Hirtreiter. Das hat auch die Bayerische Landesregierung erkannt und das bayerische Dorfentwicklungsprogramm aufgestellt. Dahinter steckt ein finanzielles Programm zur Förderung von öffentlichen und privaten Maßnahmen für „vitale Dörfer“. Die hierbei bereitgestellten Gelder sind unabhängig von den finanziellen Mitteln, die im Rahmen der Dorferneuerung von der Gemeinde bzw. vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) bereitgestellt sind.

Bürgermeister Hirtreiter zeigte die Fördermöglichkeiten auf. Generell werden Maßnahmen in verschiedenen Bereichen gefördert. Wie im Handlungsfeld: "Ländlich-dörfliche Bausubstanz", so werden "dorfgerechte“ Baumaßnahmen an Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden – in Ausnahmefällen sogar „dorfgerechte“ Ersatz- und Neubauten gefördert. Gegebenenfalls auch ein Gebäudeabbruch mit eingebundener Entsorgung – Umnutzung und Wiedernutzung von Gebäuden. Die Förderhöhe ist 20% (max. 30%) der Kosten, höchstens 30.000 EUR je Anwesen, gemäß Richtlinien. „Dorfgerechte“ Baumaßnahmen an ortsplanerisch, kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch besonders wertvollen Gebäuden sind ein Schwerpunkt der Fördermaßnahmen. Die Förderhöhe beträgt 30 bis 50 % (max. 60%) der Kosten, jedoch sind höchstens 60.000 EUR je Anwesen in diesem Bereich "denkmalsgeschützte Gebäudlichkeiten" möglich.
Das größte Handlungsfeld betrifft Vorbereichs- und Hofräume von Anwesen, denn die „dorfgerechte“ Gestaltung von den Bereichen vor den Häusern und Hofräumen hat einen sehr großen Einfluss auf das Ortsbild. Die Förderhöhe beträgt 20% (max. 60%) der Kosten, höchstens 10.000 EUR je Anwesen.

Wichtig bei allen Maßnahmen ist, dass sie „dorfgerecht“ sind und eine wesentliche gestalterische Verbesserung bewirken. Darunter versteht man, dass das Ortsbild dörflich ländlich gestaltet wird und die örtlich geltenden Kriterien eingehalten werden, so Hirtreiter. Eine Dacherneuerung mit Wärmedämmung wird u. Umständen gefördert, wenn die Dachziegel rot sind.

Unter bestimmten Bedingungen wird sogar die Heizungserneuerung gefördert, wenn z.B. damit eine Wiederbelebung von leerstehender Bausubstanz möglich wird.

Dorfanger wird neu gestaltet

Landschaftsarchitektin Roswitha Schanzer vom Planungsbüro MKS Architekten-Ingenieure erläuterte die zusammen mit dem Arbeitskreis Dorferneuung erarbeiteten Varianten und die nun nach einem Fachgespräch und nach einer ausgiebigen fachlichen Prüfung im Amt für Ländliche Entwicklung erarbeitete Planung. Die präferierte Lösung für die Einmündung Firststraße und den östlichen Teil der Hauptstraße fand allgemeine Zustimmung. Bei der Einmündung Firststraße ist geplant, die beiden Straßenäste aufzulösen und als T-Kreuzung mit großzügigen randlichen Grünflächen auszubilden. In der Hauptstraße soll der bestehende Gehweg beibehalten, jedoch künftig mindestens 1,50 m breit in Pflasterform ausgeführt werden. Die fachlichen Vorteile konnten Bauingenieure und Fachleute des Amtes für Ländliche Entwicklung herausarbeiten und eine detaillierte Bewertung der nun favorisierten Varianten durchführen.

Bei einer Gegenstimme befürworteten die anwesenden dreissig Dorfbewohner die vorgeschlagene Variante für den „Dorfanger“. In der kommenden Sitzung des Straßkirchner Gemeinderats werden die Ergebnisse vorgestellt und das weitere Vorgehen erörtert.

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