04.06.2018
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Archäologische Sondagen und Schützenvereinsjubiläum

Beim jüngsten Treffen der historisch interessierten Gemeindebürger konnte Bürgermeister Christian Hirtreiter im Sitzungssaal des Rathauses die seit fünf Jahren tätigen Gremiumsmitglieder begrüßen.

Eingangs wurde des Ablebens des Buchautors und Altbürgermeisters Michael Schiessl gedacht und auf dessen Verdienste für die Heimatgeschichte, insbesondere in der ehemaligen Gemeinde Paitzkofen, eingegangen. Das Jahr 2018 steht im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Straßkirchner Schützengesellschaft Almenrausch. Berichtet wurde, dass am 24. Dezember 1918 - unmittelbar nach dem Ende des 1. Weltkriegs - sich 70 Männer, darunter viele Kriegsteilnehmer, zur Vereinsgründung entschlossen. Es wurde als erster seiner Art im damaligen Landkreis Straubing eine "Kriegsschützengesellschaft Straßkirchen" gegründet. Bereits 1924 wurde aus den Kriegsschützen der Verein "Almenrausch-Schützen", sodass bereits im August 1925 auf dem neu errichteten Schießstand ein bezirksweites Gauschießen stattfinden konnte. Im Jahr 1930 wurde dann auf dem Gelände des Gasthofs "Zur Post" auch ein Kleinkaliberschießstand errichtet, der nach dem 2. Weltkrieg durch Unterstützung von Baron von Poschinger-Bray 1955 wieder in Betrieb gehen konnte. Eine Erneuerung fand 1977 statt. Das diesjährige Gründungsfest am 16. September 2018 mit Siegerehrung des ILE-Gäuboden-Schießens wird ein Höhepunkt im Jahresverlauf sein. Ursprünglich gab es in Straßkirchen in einem zweiten Gasthof - Leidl`scher Gasthof (Straubinger Straße) - sogar einen zweiten Schützenverein der weit vor dem 1. Weltkrieg gegründet wurde, dessen Aktivitäten allerdings früher als bei dem auch heute sehr aktiven Almrausch-Schützen endeten. Bürgermeister Hirtreiter erläuterte die mittlerweile seit fast zwei Jahren laufenden archäologischen Untersuchungen auf dem über zwei Hektar großen Feld in der Nähe zum Straßkirchner Schulgelände am Hiebweg. Über 1000 Befunden deuten auf eine starke Besiedlung in der Vorzeit hin. Nach den derzeitigen Funden sind die vorläufigen Ergebnisse daraufhin deutend, dass die Kultur bis zu 5.000 Jahre zurückgeht in die Zeit der Altheimer Kultur. Die Altheimer Gruppe (auch Altheimer Kultur) ist eine "Kulturerscheinung" der späten Jungsteinzeit im vierten vorchristlichen Jahrtausend. Der Begriff wurde im Jahre 1915 vom Prähistoriker und Geschichtsforscher Reinecke Paul geprägt, nach dem 1911 entdeckten und 1914 ausgegrabenen Erdwerk bei Altheim (Landshut). Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Niederbayern und der südlichen Oberpfalz, die Verbreitung reicht jedoch im Westen bis zum Fluß Lech und östlich bis zum Inn.

Die Leute der Altheimer Kultur sind dann weggezogen und die nächste Besiedlung war dann erst wieder ca. 1.000 bis 1.200 v.Ch. Aus dieser Zeit stammen die ersten Häuserbebauungen. Nach Wegzug der Siedler aus dieser Zeit deuten weitere Funde auf Besiedlung aus der Keltenzeit und im Weiteren auf die Römerzeit hin.

Auch in römischer Zeit wurde der Bereich besiedelt und es sind zwei römische Brunnen nachweisbar, wobei bereits vor einigen Jahrzehnten bei Grabungen Reste eines römischen Kellers in einer benachbarten Fläche gefunden worden waren. Nach den Römern ist die Fläche lange Zeit brachgelegen.

Das hier geplante neue Wohnbaugebiet entsteht auf einer traditional alten Siedlungsfläche. Es finden sich in diesem Gebiet keine Hinweise auf Gräber, trotzdem wurde ein Kleinkindskelett gefunden. Hier gibt es unterschiedliche Vermutungen und Deutungen für die Positionierung und den Zweck der Bestattung, wobei die abschließenden Untersuchungen noch abgewartet werden müssen. Straßkirchen erfreute sich schon im Altertum besonderer Beliebtheit. Auch im Ortsteil Schambach läuft aufgrund der bevorstehenden Baugebietsausweisung eine archäologische Sondage, sodass auch hier mit interessanten Ergebnissen für die Gemeindegeschichte zu rechnen ist. Bei der jüngsten Bürgerversammlung in Schambach konnte hier ein Historiker zu bedeutenden Funden in Schambach bereits ausführlich berichten.

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