21.08.2019
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Die Dorferneuerung Paitzkofen nimmt Gestalt an

Konzepte zur Dorfplatz-Neugestaltung vorgestellt und diskutiert

Der angerartige Dorfplatz ist charakteristisch für Paitzkofen und weithin einzigartig im Gäuboden. Allerdings besitzt er aufgrund großzügig versiegelter Flächen und fehlender Bäume wenig Aufenthaltsqualität. Kürzlich stellte das von der Gemeinde Straßkirchen beauftragte Planungsbüro MKS, Ascha, verschiedene Varianten für eine Neugestaltung vor. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger zeigten sich recht angetan von den dargestellten Vorschlägen. Die geeignetste Lösung und verschiedene Details werden in den nächsten Wochen noch abgestimmt.

Zur zweiten Versammlung bezüglich der angestrebten Dorferneuerung im Florianistüberl in Paitzkofen konnte Bürgermeister Christian Hirtreiter nicht nur die Arbeitskreismitglieder, sondern auch wieder eine ganze Reihe interessierter Paitzkofener Bürgerinnen und Bürger begrüßen.

Zunächst zeigte und erläuterte Rainer Bachmeier vom Planungsbüro MKS Architekten-Ingenieure das Video von der Kamerainspektion des Oberflächenwasserkanals, der auch den verrohrten Dorfgraben darstellt. Der etwa 60 Jahre alte Kanal sowie auch die Anschlussleitungen weisen zahlreiche Schäden auf und sind erneuerungsbedürftig. Eine Öffnung des Dorfgrabens als belebendes und gestalterisches Element ist nicht sinnvoll, da dieser nur sehr sporadisch bei Starkregenereignissen Wasser führt.

Gestaltungsvarianten für den Dorfplatz

Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Roswitha Schanzer stellte mehrere Varianten einer dorfgemäßen Gestaltung für den ortsprägenden Dorfanger und den östlich angrenzenden Straßenzug zur Diskussion. Zu berücksichtigen sind zum einen die funktionalen Erfordernisse des landwirtschaftlichen Verkehrs, zum anderen sollen sich die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer sicher fühlen. Eine barrierefreie und behindertengerechte Planung muss heutzutage selbstverständlich sein. Weitere Ziele sind eine gestalterische Verbesserung und Steigerung der Aufenthaltsqualität. Bei geringem Verkehrsaufkommen kann eine Dorfstraße als Mischverkehrsfläche ausgebildet werden, wo Gehen und Fahren gleichberechtigt sind. Will man die Trennung in Gehweg und Fahrbahn beibehalten, so sollte eine höhengleiche Ausbildung ohne Hochbord angestrebt werden. Positiv für das Ortsbild sind grüne Ränder im Übergang zu den Privatflächen.

Für die Einmündung Firststraße schlägt die Planerin vor, die beiden Straßenäste aufzulösen und eine normale "T-Kreuzung" auszubilden. Statt der mittigen Verkehrsinsel entstehen so großzügigere und besser nutzbare grüne Randbereiche. Diese Lösung stieß auf allgemeinen Zuspruch der Anwesenden.

Beim Herzstück, dem „Dorfanger“, sollte die charakteristische Struktur mit zwei Spangen und Grünzone in der Mitte beibehalten werden. Allerdings sollten die umfangreichen Asphaltflächen und somit die Bodenversiegelung soweit möglich verringert werden. Vorgeschlagen wird, den Fahrverkehr auf eine Spange zu begrenzen und die zweite als Fußweg in der Grünzone zu gestalten. Durch variabel nutzbare Randbereiche in Pflaster oder Rasenpflaster kann die Asphaltbreite optisch zusätzlich eingeengt werden. Als Variante wäre es denkbar statt des Fußweges eine schmale Gasse, befahrbar nur für die Anlieger, auszubilden. Besonders wichtig für den Raumeindruck, wie er anhand alter Fotos und alter historischer Ansichtskarten noch nachempfunden werden kann, ist die Neupflanzung von Bäumen, soweit es der umfangreiche Leitungsbestand zulässt. Für die Nutzung und Ausstattung der mittigen Grünzone gibt es die verschiedensten Möglichkeiten: Verweilbereiche mit Sitzbänken, Blühinseln, Grillplatz, Fitnesszone, auch ein Brunnen wurde als Wunsch genannt.

Kirche wird ebenso saniert

Die Paitzkofener werden nun in den nächsten Wochen zusammen mit den Planern und der Gemeinde Straßkirchen eine dorfgemäße Lösung für ihre Ortsmitte abstimmen und festlegen, so dass voraussichtlich Ende des Jahres die einfache Dorferneuerung Paitzkofen offiziell vom Amt für Ländliche Entwicklung, Landau, eingeleitet wird. Wie Kirchenpfleger Harald Genau darstellte sind derzeit die Sanierungsarbeiten in der Paitzkofner Kirche St. Nikolaus sehr positiv am laufen. Es wurde der Gemeinde Straßkirchen für die großzügig in Aussicht gestellte Förderung von mehreren zehntausend Euro herzlich gedankt. Es sei ein sehr positive Entwicklung, dass auch die Paitzkofner Kirche mit den bekannten wertvollen gotischen Fresken derzeit eine Sanierung erfahre.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung zusammen mit dem Bürgermeister und den Planern vor der sich in Sanierung befindlichen Paitzkofner Kirche: Bürgermeister Christian Hirtreiter (1. von links), Stadtplanerin Roswitha Schanzer (4. von links), Arbeitskreisvorsitzender Norbert Kiendl (7. von links), Architekt Rainer Bachmeier (5. von rechts) und Kirchenpfleger Harald Genau (3. von rechts)

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