29.11.2018
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Bischof eröffnete überregionale Krippenausstellung in Straßkirchen

Festredner Bischof Rudolf Voderholzer bei der Ausstellungseröffnung: „Krippen unterstützen den Dienst der Verkündigung“ Straßkirchen:

Auf Initiative von Bürgermeister Christian Hirtreiter fand in Zusammenarbeit mit der Grund- und Mittelschule und den örtlichen Kindergärten am Samstag, 24.11.2018, die Eröffnung der Straßkirchner Krippenausstellung aller örtlichen Künstler statt. Festredner Bischof Rudolf Voderholzer konnte mit einer fulminanten Rede alle geladenen Gäste begeistern.

31 Krippen werden ausgestellt

Die Straßkirchner Künstler führen seit vielen Jahren mit ihrem Engagement die Bevölkerung und vor allem die Jugend an die Kunst als Ausdruck der eigenen Kreativität und Form der Selbstverwirklichung heran. Nachdem im September 2018 eine überregionale Kunstausstellung mit Sonderausstellung durchgeführt wurde, findet nun eine Krippenausstellung mit 31 Weihnachtskrippen im Straßkirchner Pfarrheim statt. Ingrid Faltermeier, Erna Tschischke, Maria Lorenz, Walter Lorenz, Johann Orth, Brigitte Tarras, Maria Thurner, Mellissa Faltermeier, Ralf Zierer, Manfred Hilmer, Gottfried Cech, Willi Schlecht, Willi Gritsch, Rita Gritsch, Maria Aumann, Renate Hofmann, Elisabeth Maier, Mario Huttinger  (Pfarrei Mariä Himmelfahrt) und Walter Gschwind (Pfarrei St. Stephanus) stellen jeweils ihre Krippenlandschaften aus.

Bischof Rudolf: "Geburt des Erlöses wird bei den Krippen veranschaulicht"

Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war die Festrede des Regensburger Diözesanbischofs Rudolf Voderholzer. Als ihm angetragen wurde, die Festrede für diese Ausstellung zu übernehmen, habe er keinen Augenblick gezögert, berichtete Bischof Voderholzer. Als Freund der Krippenkunst sei ihm dies auch eine große Freude gewesen. Die Weihnachtsvorbereitungen, so der Bischof, seien in manchen Bereichen schon im Gange, die Geburt des Erlösers bringe Bewegung in die Welt. Neben dem hektischen Treiben dürfe aber nicht der Weg zur Mitte verlorengehen. Eine Krippenausstellung sei ein solcher Weg. Gott hat sich uns anschaulich gemacht, erklärte der Oberhirte und verwies auf die damit logische Konsequenz der bildlichen Darstellung: „Die Krippenkunst hat die Kunst der Veranschaulichung stets gefördert und geprägt. Die Darstellungen in den Krippenlandschaften unterstützten damit den Dienst der Verkündigung“, so Bischof Rudolf Voderholzer. „In jeder Krippe gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Das Auge wird nicht müde bei einer solchen Erzählfreude immer neue kleine Randszenen zu suchen, die sich um die Geburt Jesu herum abspielen. Mit einer Krippe wächst man auf. Sie kann im Laufe eines Lebens zu einem wichtigen Bezugspunkt für Heimat und Erinnerung an eine Familiengeschichte werden.“, erklärte der exzellente Redner bei der Eröffnung. Bischof Rudolf Vorderholzer stellte die geschichtliche Entwicklung kenntnisreich vor und ging auf die verschiedenen Stilrichtungen von Krippenlandschaften ein. Der Bischof nahm die Zuhörer auf eine gedankliche Reise durch die vielfältligen Facetten der Krippenbaukunst und betonte die biblischen Bezüge dazu. Eine Krippe ist auch ein Stück "Heimat".

"Heimatverbundenheit ist wichtig"

Diese Heimatverbundenheit, so der Regensburger Oberhirte, finde sich in der Übertragung des biblischen Geschehens in die heimische Umgebung wieder. In ihnen bilde die jeweilige Region, der eigene Heimatort, die Kulisse für die Geburt Jesu. Die Krippenbauer haben die Heilige Familie vor und in den unterschiedlichsten Ansichten mitten in die alltägliche Betriebsamkeit gestellt.  Die Ausstellung zeigt in mehr als 31 Krippen eine Bandbreite der szenischen Darstellung des Weihnachtsgeschehens. Unter den eigenen Arbeiten der Mitglieder der Künstlergemeinschaft befindet sich auch eine historische Bayerwald-Krippe die seit 100 Jahren jeweils ergänzt wurde. Gerade die beiden pfarrlichen Krippen aus Straßkirchen und Irlbach sind sehr imposante Beispiele, die mit Liebe zum Detail im Pfarrheim aufgebaut wurden. Große Beliebtheit erfreuen sich seit jeher die „Stallmotive“, die den Figuren Raum in einem Bauernhof-Szenarium bieten. Die Motive beschränken sich nicht nur auf klassische Geburtsdarstellungen, sie decken neben dem weihnachtlichen Festkreis auch Themen aus dem Alten und Neuen Testament ab.

Neben „traditionellen“ Hauskrippen sind auch moderne Darstellungen, wie eine abstrakte Krippe der überregional bekannten Künstlerin Maria Thurner, zu sehen, die im Gegensatz zu den klassischen Krippen nicht nur das Gemüt ansprechen, sondern den Betrachter durch Abstraktion und Aktualität zum Nachdenken anregen wollen.

"Krippen sind mehr als Brauchtum“

Bürgermeister Christian Hirtreiter bekräftigte bei seiner Begrüßung, dass man nicht nur Freude durch Kunstschaffen und das Krippenbauen erlangen könne, sondern auch die Möglichkeit habe durch künstlerisches Arbeiten sich selbst zu verwirklichen und den Alltag zu vergessen. Gerade für die Jugend sei es wichtig aktiv zu sein und nicht nur passiv zu konsumieren. Er bedankte sich für das ausgezeichnete Zusammenwirken verschiedener Institutionen, der Pfarrei, der Schule, den Kindergärten, der Straßkirchner Künstlergemeinschaft, sowie den ausstellenden Familien die Ausstellung zu realisieren. In vielen kulturellen Bereichen wird Schwerstarbeit geleistet, um nach vorne zu kommen und die Bildung der Jugend zu erhöhen“, so Hirtreiter. Hirtreiter sieht in der Kunst einen elementaren Bestandteil unserer Bildung und insbesondere des Lebensgefühls bestätigt. Eigenständiges handwerkliches Arbeiten und die Schaffung von schönen Krippen sei aber eine zeitlose Angelegenheit. Die wie man an den ausgestellten Straßkirchner Kunstwerken sieht, junge Künstler mit den erfahrenen Künstlern – quasi jung und alt – altersübergreifend verbindet. Bei einer Familienkrippe verbindet das "Werkln an der Krippe" den Großvater mit dem Enkel, so gilt tatsächlich „Krippen verbinden“ über die Generationen und über die eigene Zeit hinaus, stellte Hirtreiter heraus.

Pfarrer Michael Killermann stellte heraus, dass beim bischöflichen Pastoralbesuch im Januar 2018 bereits in Irlbach Kontakte mit dem Bischof geknüpft werden konnten und hob durch eine fesselnd erzählte Geschichte die biblische Bedeutung des Weihnachtsgeschehens hervor. Killermann betonte dass eine Delegation der Pfarrei Irlbach jüngst bereits in Regensburg beim Bischof zu Gast war. Michael Killermann bekräftigte die gute Zusammenarbeit mit der Künstlergemeinschaft und der Gemeinde.

Querflötenduo umrahmte musikalisch

Die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung hatten Eva Lorenz und Johannes Diettrich übernommen. Die beiden Musiker begeisterten bei der Eröffnung die geladenen Gäste mit impulsiven Musikstücken mit ihren Querflöten. Nach der feierlichen Eröffnung folgte ein Gang durch die umfangreiche Ausstellung. Die Krippenausstellung der Künstlergemeinschaft wird im Pfarrheim St. Stephanus, Lindenstraße 8, 94342 Straßkirchen organisiert. Sie ist am 1./2. Dezember 2018 noch zwischen 15 und 18 Uhr öffentlich zugänglich. Beim letzten Ausstellungstag am 2. Dezember 2018 wird Bürgermeister Christian Hirtreiter um 17 Uhr die ausgestellten Krippen erläutern, wobei auch einige Künstler persönlich anwesend sein werden.

Umfangreiches Programm beim Bischofsbesuch

Nach de r Eröffnungsfeierlichkeit im Pfarrheim St. Stephanus besuchte Bischof Rudolf Voderholzer die Kirchen in Ainbrach, Schambach, Niederast und Paitzkofen. Die jeweiligen Kirchenverwaltungen zeigten dem volksnahen Diözesanbischof ihre Gotteshäuser und stellten auch die kirchlichen Besonderheiten hervor. Die jeweils anwesenden Ministranten erhielt dann vom Bischof ein entsprechendes Erinnerungsgeschenk. Den Abschluss des Besuchs bildete der Pontifikalgottesdienst in der Straßkirchner Pfarrkirche St. Stephanus am Samstagabend (wurde im Tagblatt bereits am 26.11.18 berichtet).

Die Straßkirchner Künstlergemeinschaft hat für die Eröffnung der Krippenausstellung 2018 den Regensburger Diözesanbischof und Krippensammler Rudolf Vorderholzer gewinnen können. Im Bild der Bischof beim Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Straßkirchen mit den Ehrengästen der Ausstellungseröffnung von links:

Pfarrer Loxley Sebastian Paravakal, Pfarrer Michael Killermann, Pfarrgemeinderat Andreas Dengler, Pfarrgemeinderatssprecherin Ingrid Gritsch, Kirchenpfleger Georg Muhr, Bischof Rudolf Voderholzer, Gemeinderat Norbert Kiendl, Bürgermeister Christian Hirtreiter, Pfarrer Willibald Hirsch, Gemeinderätin Brigitte Tarras und Gemeinderat Günther Pfaff

Überregionale Straßkirchner Krippenausstellung eröffnet: Im Bild die Mitglieder der Straßkirchner Künstlergemeinschaft sowie ausstellende Familien mit Festredner Bischof Rudolf Voderholzer (1. Reihe 1. von links), Pfarrer Michael Killermann, Organisator Bürgermeister Christian Hirtreiter, Pfarrer Loxley Sebastian Paravakal, auf der Treppe vor dem Straßkirchner Pfarrheim.

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