Vorweihnachtliche Adventfeier für Senioren vom 11.12.2011 in Strasskirchen
Vorweihnachtliche Adventfeier für Senioren vom 11.12.2011 in Strasskirchen
(Rede von Herrn 1. Bürgermeister Grotz im Anhang)
Auch dieses Jahr lud die Gemeinde Straßkirchen wieder alle Senioren über 65 Jahren zu einer vorweihnachtlichen Adventsfeier ein. Viele Senioren und Seniorinnen folgten dieser Einladung und erschienen am 3. Adventssonntag im festlich geschmücktem Pfarrheim (Link zu Bildern am Ende des Artikels).
Verfasser: Reinhold Schreiner, Amselfinger Straße 10, 94342 Straßkirchen
Auch dieses Jahr lud die Gemeinde Straßkirchen wieder alle Senioren über 65 Jahren zu einer vorweihnachtlichen Adventsfeier ein. Viele Senioren und Seniorinnen folgten dieser Einladung und erschienen am 3. Adventssonntag im festlich geschmücktem Pfarrheim.
Fast 180 Senioren und Seniorinnen folgten der Einladung und Günter Dietlmaier, der Hauptorganisator dieser Adventfeier , war sehr erfreut über den guten Besuch und begrüßte alle Gäste auf das Herzlichste. Gleichwohl dankte er auch den anwesenden Gemeindevertretern, die durch ihren Besuch den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung zum Ausdruck brachten. Herzlich begrüßte er auch Frau Anette Schubert, die Organistin der örtlichen Pfarrkirche, die diese Veranstaltung heuer musikalisch umrahmte.
Herr Bürgermeister Grotz begrüßte als erster Redner alle Senioren und dankte für den zahlreichen Besuch. Er bat die Anwesenden sich mit ihm ein wenig Zeit nehmen, um die Weihnachtsbotschaft etwas näher zu betrachten. Jeder könne dann versuchen, diese Stimmung auch über eine längere vor- und nachweihnachtliche Zeit hinaus festzuhalten, also nicht nur in der Adventszeit und an den Weihnachtsfeiertagen. Während der so genannten „staden Zeit“ erinnern wir uns an das Weihnachtsgeschehen, an die frohe Botschaft von Christi Geburt, an die Menschwerdung Gottes. In Bethlehem, in der Krippe eines Stalls, im Kleinen und Unscheinbaren also, ist vor über 2.000 Jahren etwas passiert, das die ganze Welt, die Menschheit und unser Zusammenleben stark beeinflusst hat. Dabei geht es um das menschliche und helfende Miteinander, um Freude und Frieden in unserer oft zerstrittenen und interessenorientierten Welt – im Großen wie im Kleinen. Es wäre gut, wenn viele Menschen versuchten, dieses Signal, diesen Impuls, der damals in die Welt ging, aufzunehmen. Wenn sie versuchten, ihm im Kleinen nachzueifern, in unserem ganz persönlichen und praktischen Lebensbezug. Und damit meinte Herr Bürgermeister Grotz vor allem, den Blick einmal über den Tellerrand des eigenen „Ich“ zu heben. Man könne doch hautnah heute miterleben dass viele Menschen in den heutigen Alltagsturbulenzen keine Zeit mehr füreinander hätten. Und das gilt, so führte Herr Bürgermeister Grotz an, oft auch für Senioren und Seniorinnen. Die Zeit ist es also vor allem, die heute so oft für den anderen, für den Nächsten fehlt. Wäre es nicht viel besser, zu Weihnachten einfach mal ganz bewusst etwas von der eigenen Zeit zu schenken? Dies wäre eine viel größere Bereicherung als irgend materielle Geschenke unserer Hightechwelt. Mit diesen Gedanken wünschte Herr Bürgermeister Grotz allen anwesenden Gästen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied ergriff der Herr Pfarrer Killermann das Wort. Er wolle, so begann er seine Rede, einen Begriff als Thema aufgreifen, der so betrachtet eigentlich nicht mit der Adventszeit verbunden ist, nämlich das allseits bekannte Puzzlespiel. Aber, so meinte er, ist es nicht so, dass jedes einzelne Teil eines Puzzles genau seinen Platz im Gesamten hat. Und wenn es nicht genau auf seinen Platz wäre würde es nicht alle anderen Teile im Gesamtpuzzle stören? Mit unserer Welt ist es ganz das gleiche, fuhr Herr Pfarrer Killermann fort, alle Menschen, Tiere und Pflanzen hätten genau ihren Platz. Doch es ist halt nicht ganz einfach dass jeder seinen Platz findet in dieser Vielfalt von Gegensätzen. Herr Pfarrer Killermann führte einen Satz an, den er seit seiner Primizzeit im Gedächtnis hat der da lautet: „Es muss auch die Einheit von Gegensätzen möglich sein!“. In der Adventszeit, so führte er weiter an, wäre Gelegenheit sich diesen Gedanken zu widmen und zu überlegen dass wenn der Mensch in Ordnung sei auch die Welt in Ordung ist. In diesem Sinne wünschte Herr Pfarrer Killermann allen Gästen ein frohes und gesegnetes und vor allem ein besinnliches Weihnachtsfest.
Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied kam Frau Renate Hofmann, die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Straßkirchen, auf die Bühne und trug eine heitere Weihnachtsgeschichte vor. Sie berichtete von der angeblich wahren Begebenheit einer Familie hier in der Gemeinde die sich zum Weihnachtsschmaus eine gebratene Gans richten wollte. Doch keiner der Familienangehörigen brachte es fertig die Gans zu schlachten. So kam es dann, dass die Gans nach einigen amüsanten Verwicklungen glücklicherweise am Leben blieb und noch viele Jahre sich ihres Lebens erfreute.
Vor dem allseits erwarteten Auftritt des Kindergartens sang die versammelte Gemeind gemeinsam ein Weihnachtslied das Frau Schubert hervorragend mit ihrem Akkordeon begleitete.
Der Auftritt der Kinder des Kindergartes St. Martin unter der Leitung von Regina Hackl und ihren Kindergärtnerinnen Petra Kastl und Gertraud Wolfrum waren der erste Höhepunkt der Weihnachtsfeier. Die Kinder führten mit großem Einsatz ihr einstudiertes Singspiel der Weihnachtsgeschichte auf und trugen begeistert Gedichte vor. Es war mucksmäuschenstill im Saal und man konnte es den Omas und Opas an den Augen ansehen wie sie sich freuten. Die Kinder erhielten begeisterten Applaus von allen anwesenden Gästen. Als Belohnung erhielt jedes der Kinder ein kleines Geschenk vom Nikolaus.
In der anschließenden Pause wurden die Gäste mit mit Kaffee, Tee und Kuchen verwöhnt. Wer wollte, erhielt auch eine warme Brotzeit zu Stärkung serviert.
Nach der Pause eröffnete Anette Schubert mit einem Weihnachtlied den nächsten Höhepunkt des Nachmittags. Der Heilige Nikolaus, verkörpert von Herrn Klaus Krämer zog in den Saal ein um die ältesten Bürger der Gemeinde zu beschenken. Dieses Jahr durften Frau Hausladen Therese, Frau Eppich Margarethe, Frau Brötsch Anna, Herr Christl Johann und Frau Hofmann Clara die von den örtlichen Banken gestifteten Geschenkkörbe entgegennehmen. Der Heilige Nikolaus richtete einige besinnliche Worte an die Gemeinde bevor er die fünf Ehrenbürger und Ehrenbürgerinnen auf die Bühne bat um ihnen die Geschenkkörbe zu überreichen.
Zu Ehren der beschenkten Seniorinnen und Senioren präsentierte Frau Schubert abschließend Ihre große Virtuosität auf Ihrer Ziehharmonika und spielte den Beschenkten ein letztes Weihnachtslied.
Der Nachmittag war nun schon weit fortgeschritten und Günter Dietlmaier stimmte die Schlußrede an. Er wünschte allen Gästen ein geruhsames Frohes Fest, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein hoffentlich gesundes Wiedersehen im nächsten Jahr.
Ansprache von 1. Bürgermeister Eduard Grot z
Liebe Seniorinnen und Senioren aus unserer Gemeinde, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich zum diesjährigen Seniorennachmittag, den Herr Dietlmeier mit seinen Helfern vorbereitet hat – dafür dir Günter und allen deinen Helfern herzlichen Dank. Ihre alljährliche Weihnachtsfeier hat in unserer Gemeinde bereits eine Tradition. Ich danke Ihnen, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und freue mich auf den heutigen Nachmittag.
Zuvor möchte ich mir aber gemeinsam mit Ihnen noch ein wenig Zeit nehmen, um die Weihnachtsbotschaft etwas näher zu betrachten. Jeder kann dann versuchen, diese Stimmung auch über eine längere vor- und nachweihnachtliche Zeit hinaus festzuhalten, also nicht nur in der Adventszeit und an den Weihnachtsfeiertagen. Während der so genannten „staden Zeit“ erinnern wir uns an das Weihnachtsgeschehen, an die frohe Botschaft von Christi Geburt, an die Menschwerdung Gottes. In Bethlehem, in der Krippe eines Stalls, im Kleinen und Unscheinbaren also, ist vor über 2.000 Jahren etwas passiert, das die ganze Welt, die Menschheit und unser Zusammenleben stark beeinflusst hat.
Dabei geht es um das menschliche und helfende Miteinander, um Freude und Frieden in unserer oft zerstrittenen und interessenorientierten Welt – im Großen wie im Kleinen. Es wäre gut, wenn viele Menschen versuchten, dieses Signal, diesen Impuls, der damals in die Welt ging, aufzunehmen. Wenn sie versuchten, ihm im Kleinen nachzueifern, in unserem ganz persönlichen und praktischen Lebensbezug. Und damit meine ich vor allem, den Blick einmal über den Tellerrand des eigenen „Ich“ zu heben.
Jetzt gerade erleben wir doch ganz hautnah, dass wir in den Alltagsturbulenzen fast keine Zeit mehr füreinander haben. Können wir uns noch zuhören, machen uns die persönlichen Sorgen und Nöte der anderen, unserer Nachbarn oder Freunde noch wirklich betroffen? Wenn wir ehrlich sind – oftmals nicht. Nicht etwa, weil wir nicht wollten, sondern weil uns häufig einfach die Zeit dazu fehlt. Andere Dinge sind wichtiger: Die sogenannten Sachzwänge und vermeintlichen Notwendigkeiten diktieren unseren Tageslauf und steuern unser Verhalten.
Und das gilt, habe ich mir sagen lassen, auch für Seniorinnen und Senioren. Auch sie haben oft noch vielerlei Verpflichtungen oder brauchen länger als früher, um den Alltag zu bewältigen. Und auf der anderen Seite erleben sie es, dass ihr Umfeld, die Kinder und Enkel oder Nachbarn und frühere Kollegen, nur wenig Zeit für sie haben. Mit Ihren regelmäßigen Treffen, die von Frau Hofmann und ihren Helfern organisiert werden, liebe Seniorinnen und Senioren, bilden Sie da ja ein gutes Gegengewicht.
Die Zeit ist es also vor allem, die heute so oft für den anderen, für den Nächsten fehlt. Ich finde, das sollte uns, das sollte unserer Gesellschaft zu denken geben. Da rast man vor Weihnachten durch die Geschäfte, um großartige Geschenke zu kaufen oder Geschenkgutscheine hübsch verpacken zu lassen. Wäre es nicht viel besser, zu Weihnachten einfach mal ganz bewusst etwas von der eigenen Zeit zu schenken?
Der französische Theaterdichter Moliére hat einmal gesagt: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun“. Zeit finden, Geduld zum Zuhören haben – das ist der eigentliche Mangel in unserer auf Effizienz getrimmten Hightechwelt. Zeit ist eine Kostbarkeit geworden, die wirklich rar ist. Materielles haben wir doch meist genug, und an Brot mangelt es hierzulande der großen Mehrheit nicht. Und bereichern, das tut beileibe nicht nur Materielles, sondern auch und vor allem das Zwischenmenschliche. Es schenkt schöne Stunden in der Gegenwart und dann nochmals in der Erinnerung. Doch das wissen Sie, liebe Seniorinnen und Senioren, die Sie schon mindestens so lange leben als ich, sicher am besten.
Eine der schönsten Aufgaben eines Bürgermeisters ist es; Menschen zu gratulieren; in diesem Jahr durfte ich 32 mal zum 75-zigsten, 16 mal zum 80-zigsten, 5 mal zum 85-zigsten, 5 mal zum 90-zigsten, 3 mal zum 91-zigsten und 1 mal zum 92-zigsten Geburtstag, sowie 3 mal zum 50 jährigen (Goldene), 3 mal zum 60 jährigen (Diamantene) Ehejubiläum gratulieren.
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachten sowie alles Gute, Gesundheit, Glück und Gottes Segen für das neue Jahr.
Nachfolgend Link zu den Bildern:
https://fotoalbum.web.de/ui/external/GoDwALvfR6-Sw2wLYBywXQ65903?idx=27
